Endlich: ein alternativer Elite-Begriff

Die Sendereihe Aula des Südwest-Rundfunks SWR2 brachte vor kurzem einen Beitrag, der endlich gelungen mit dem weit verbreiteten Falschverständnis, was eine Elite ist, aufräumt. Der Beitrag zeigt auch auf, was die Grundvoraussetzungen für Elitenbildung sind. Nicht zuletzt malt er einen Hoffnungsschimmer für unser aller Zukunft und relativiert schwache Schul-, Studien- und Ausbildungsleistungen.

SWR2 AULA vom 14.02.2010
Unkonventionell oder mainstreamig
Was ist die wahre Elite?
Von Konstantin Sakkas
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=660374/nid=660374/did=5815836/qs3dmo/index.html

Konstantin Sakkas zeigt zunächst auf, warum heutige Eliten tendenziell abgelehnt werden. Der Widerwille entsteht, weil man zur Elite nicht primär durch Leistung und Einsatz gehört, sondern durch Geburt oder einem entsprechend fördernden Kontext.

Sakkas hat eine Gruppe von Menschen ausgemacht, die für ihn die zukünftige wahre Elite sein wird. Er nennt sie die Freelancer. Also all diejenigen, die sich durch „Auslese“ kennzeichnen, aber nicht unmoralisch, die privilegiert sind, aber durch eigene Anstrengung, eigenen Verdienst. Es sind dies die „Lebensunternehmer“ per se, wie sie Götz Werner (dm-Chef) bezeichnet.

Ein weiteres Kennzeichen dieser neuen Elite sind nicht geradlinige Lebensläufe. Sakkas hat über Hannah Arendt promoviert, deshalb greift er einen Ihre zentralen Gedanken auf. Das Geheimnis des Menschen liegt in seiner Spontaneität. Bedauerlicherweise ist das heutige Bildungssystem, insbesondere durch Bologna, hierzu kontraproduktiv. Leistungskataloge und Punkte-Schemata ersticken Spontaneität, sie wirken einer wirklich selbständig denkenden und handelnden Elite entgegen.

Sakkas sieht in dieser erstickten Spontaneität geradezu eine der Ursachen für die aktuelle Wirtschaftskrise. Unreflektierter Karriereformalismus brachte Personen in Entscheiderpositionen, die die neuen Abhängigkeiten nicht erkannten und schon gar nicht auf sie zu reagieren wissen.

Ein Zitat von Paul Nolte bringt es auf den Punkt: „Wir dürfen nicht mehr nur fragen, was wir ökonomisch investieren können, sondern wie wir unser eigenes Leben verantwortungsvoll gestalten. Verantwortung ist zuerst Selbstverantwortung. Ein sinnvolles Leben ist eines, das ich frei und unabhängig gestalte, aber in Mitverantwortung für andere.“

Durch die nicht-geradlinigen Lebensläufe hat die neue Elite bereits früh gelernt, mit Unsicherheiten zurechtzukommen. Sie ist deshalb prädestiniert für eine immer unbestimmbare Zukunft.

Zum Schluss eine starke Formulierung von Sakkas:
„Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung: Mit diesen Vokabeln mag zwar mancher Personalchef noch voller Schrecken die ewige juvenile Abschweifung, die irrlichternde, antizivilisatorische Rebellion der ach so verketzerten Achtundsechziger assoziieren; in Wahrheit aber sind dies die Schlüsselbegriffe der künftigen Elite. Wer sich selbst erfährt, ist nicht etwa untauglich für praktische Arbeit; im Gegenteil, er erwirbt sich damit allererst das Tauglichkeitszeugnis für den Eintritt in die Welt der Erwachsenen und der sogenannten Leistungsträger.“

Wieder mehr Wohlstand für alle

Warum schlägt es niemand in der Öffentlichkeit vor? Ist es zu idealistisch gedacht? Idealistischer als die These von einer sozialen Marktwirtschaft?

Es gibt und wird nie wieder genügend bezahlte Arbeit geben, so dass alle von Ihrem Verdienst leben können. Wir verdanken dies dem technischen Fortschritt, der Automatisierung, die viele Arbeiten übernimmt. Und der Mobilität, die uns Güter aus dem fernen, billigeren Ausland erwerben lässt.

Es ist bedauerlich, dass wir die gewonnene Freiheit durch die Automatisierung, gesellschaftlich nicht nutzbar machen konnten. Dies weil der Fokus nicht auf das Wohl der Allgemeinheit ausgerichtet ist sondern in jeder Klasse auf die Mehrung des Wohls des Individuums. Bei Arbeitgebern UND bei Arbeitnehmern.

Das vom Einkommen der Arbeitenden durch Steuern und Abgaben abgezweigte Geld wird derzeit in großen Teilen dazu verwendet, den nicht in bezahlten Arbeitsverhältnissen Stehenden eine Existenzgrundlage und oftmals mehr zu bieten. Diese Methode, dem Problem beizukommen, wird immer komplizierter und dadurch aufgeblähter, so dass das Verhältnis von Geben zu Nehmen sogar beschleunigt unerträglicher für beide Seiten wird.

Wieso also nicht, anstelle Geld umzuverteilen, die bezahlte Arbeit umverteilen?
Beispielsweise könnte man stufenweise oder mit entsprechenden Ankündigungszeiten per Gesetz festlegen, es darf nur noch 6 Stunden pro Tag gearbeitet werden. Natürlich ohne Lohnausgleich und natürlich müssten dann die Steuern und Abgaben im entsprechendem Maß gesenkt werden, wie die Beschäftigung zunimmt.

Klar ist, es müssten sich hier alle umstellen. Die Arbeitgeber müssten die Arbeit besser strukturieren, so dass sie auf mehrere Personen verteilt werden kann. Aber würden sie nicht davon profitieren, dass nur 6-stündig Beschäftigte auf Dauer effizienter wären als 8- und mehrstündig Beschäftigte?
In der Übergangszeit hätten viele Arbeitnehmer weniger Geld zur Verfügung, bis die geringere Abgabenlast sich bemerkbar macht.

Der heutige Weg der Umverteilung von Geld führt zu Verwerfungen:
– Um netto mehr zu haben muss brutto so viel verdient werden, dass die Firmen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Es kommt zu Entlassungen und damit zu sprunghaften Änderungen des Wohlstandes.
– Der Versuch gerecht zu Helfen bläht die Verwaltungsapparate und Gesetzesmaschinerie so auf, dass diese einen enormen Teil der Gelder schlucken. Der Wohlstand hat dadurch nicht zugenommen.
– Die Umverteilung wird leider auf beiden Seiten (Arbeitgeber und ehemalige Arbeitnehmer) falsch ausgenutzt und führt zu Missbrauch.

Mit zeitlich weniger Arbeit könnte die Gesellschaft endlich beginnen zu lernen (zumindest ein wenig), was sie sich immer von einer Automatisierung erhofft hatte.

Fragen an Herrn Westerwelle

Zur Hartz IV Debatte:

Herr Westerwelle,
sollte ein Außenminister diplomatisch sein?
Nur im Ausland?

Zu seinem Amtsantritt:

Herr Westerwelle,
sollte ein Außenminister sehr gut Englisch sprechen können?
Kommt es in der Diplomatie nicht gerade auf eine feine Wortwahl – sprich das Beherrschen einer Sprache – an?

Verfassungsgericht zu Hartz IV ist Irrsinn

Die Legislative hat sich natürlich und gerade nicht um das Wie der Durchführung der Gesetze zu kümmern. Dazu gibt es bekanntlich die Exekutive in einem gewaltgeteilten Staat.
Es fällt mir jedoch schwer, die aktuelle Stellungnahme des Verfassungsgerichts zur Einstufung insbesondere der Kinder bei Hartz IV zu gutieren.
1. Es ist prinzipiell unmöglich durch pauschalierende Gesetze zu einer individuellen Einstufung zu kommen. Was bringt also die vage Forderung nach einer besseren Einstufung. Führt eine solche nicht einfach zu noch mehr Bürokratie, deren Erfolg fragwürdig ist und deren Mehrkosten letztendlich nicht beim Schützling ankommen?
2. Völlig außer acht gelassen wird bei solchen Äußerungen die implizite Forderung nach mehr Staat in der Gesellschaft. Der Staat soll die Bedürftigkeit besser feststellen. Mehr Staat bringt leider nicht automatisch mehr Gerechtigkeit und ich befürchte, wir sind schon jenseits der Schwelle bis zu der staatliche Vorschriften und Regelungen zum Wohle einer Mehrheit sind.

Einzig möchte ich das Potential zu einem Mindestlohn den Verfassungsrechtlern zubilligen. Das sie so zwar nicht gefordert, das aber eine mögliche Abgrenzung von bezahlter Arbeit zu Hartz IV Einkünften darstellen könnte.

Plesk qmail Problem gelöst: GMX nimmt zumindest wieder mails an

Oh, Mann! Eigentlich müsste das Problem doch tausendfach auftreten, aber man findet im Web kaum richtige Hilfe dazu:
Mail an gmx.de kamen zurück mit:
213.165.64.102 does not like recipient.
Remote host said: 550-5.7.1 {mx046} Sorry, your helo has been denied.
550 5.7.1 ( http://portal.gmx.net/serverrules )
Giving up on 213.165.64.102.

Im Web fand ich ein paar Hinweise auf /var/qmail/control/me, in der bei mir kein FQDN stand. Anfrage bei GMX zeigten mir, dass in deren SMTP-log tatsächlich ein falsches HELO (nur der Hostname ohne Domain) ankam.
Normalerweise soll ja qmail ohne Restart umkonfiguriert werden können. Aber der Eintrag des FQDN in /var/qmail/control/me und in eine neue Datei /var/qmail/control/helohost (siehe qmail-Doku) brachte selbst nach einem /etc/init.d/qmail restart nichts!
Seltsamer Weise brachte dann der Neustart des kompletten Servers den Durchbruch.
/var/qmail/control/me habe ich jetzt auf chmod 444 gesetzt. helohost wurde durch den Neustart gelöscht…. (Plesk ist schon manchmal eigenwillig….)
O.K. gmx.de tut wieder, aber web.de immer noch nicht. 🙁